Bürgerdialog in Dermbach – AfD diskutiert über Windenergie

Gastbeitrag von Rüdiger Christ

Nachdem das Landratsamt des Wartburgkreises in Weilar und Dermbach über den „Sachlichen Teilplan Windenergie“ der Regionalen Planungsgemeinschaft Südwestthüringen und insbesondere über das geplante Windvorranggebiet W 14 am Salzunger Berg informiert hatte, griff am Dienstag erstmals auch die AfD das Thema vor Ort auf und lud zu einem Bürgerdialog unter dem Titel „Nein zur Windindustrie!“ ein.

Der Rhönkanal berichtete bereits über die beiden Einwohnerversammlungen in Weilar und Dermbach, bei denen sich zahlreiche Bürger über die Planungen informierten und kritisch mit den Vorhaben auseinandersetzten.

https://rhoenkanal.de/2026/06/ueber-200-buerger-informieren-sich-zum-windvorranggebiet-w-14-am-salzunger-berg/

https://rhoenkanal.de/2026/06/einwohnerversammlung-in-dermbach-kritische-fragen-dominieren-die-debatte/

Uwe Krell und Nadine Hoffmann

Zum Bürgerdialog in Dermbach hatten der direkt gewählte Landtagsabgeordnete Uwe Krell aus Bad Salzungen sowie die Landtagsabgeordnete Nadine Hoffmann aus Hildburghausen eingeladen. Rund 50 Interessierte folgten der Einladung, darunter auch zahlreiche Mitglieder und Unterstützer der Stadtlengsfelder Bürgerinitiative „Gegen Windkraft im Wald“.

Bereits zu Beginn der Veranstaltung machten die beiden Landtagsabgeordneten ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Wind-an-Land-Gesetz deutlich. Gleichzeitig betonten sie, dass ihre Partei die Nutzung anderer erneuerbarer Energien wie Wasser- und Solarenergie nicht grundsätzlich ablehne. Kritisch bewertet wurde jedoch der Ausbau der Windenergie an Land, den die Redner vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachteten.

Ähnlich wie bereits bei den Bürgerversammlungen des Landratsamtes wurde auch beim AfD-Bürgerdialog die geplante Ausweisung von Windvorrangflächen in der Rhön und insbesondere in Waldgebieten kontrovers diskutiert.

Die überwiegende Zahl der Wortmeldungen war kritisch geprägt. Wiederholt wurde der Wunsch nach einer direkten Bürgerbeteiligung beziehungsweise einem Bürgerentscheid geäußert. Viele Teilnehmer bezeichneten dies als die demokratisch legitimste Form einer Mehrheitsentscheidung.

Mehrfach wurden mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Windkraftanlagen thematisiert. Zudem äußerten Bürger auch hier die Sorge, dass Windkraftanlagen, insbesondere in Waldgebieten, das Landschaftsbild der Rhön und das Image Thüringens als „Grünes Herz Deutschlands“ nachhaltig verändern könnten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Frage der Speicherung von Windenergie. Mehrere Teilnehmer hinterfragten, wie eine sichere und bedarfsgerechte Energieversorgung ohne ausreichende Speicherkapazitäten langfristig gewährleistet werden könne.

Kritik wurde außerdem an den aus Sicht einiger Bürger hohen formalen Hürden für Einwendungen und Widersprüche im Rahmen der Planungsverfahren geäußert. Mehrere Teilnehmer berichteten von Unsicherheiten hinsichtlich der einzuhaltenden Fristen und Anforderungen.

Vertreter der Stadtlengsfelder Bürgerinitiative zeigten sich insbesondere enttäuscht über die gesetzlichen Regelungen der Thüringer Landesregierung, die den Ausbau der Windenergie auch in Waldgebieten ermöglichen.

Auch Uwe Krell, der neben seinem Landtagsmandat dem Bad Salzunger Stadtrat angehört, sprach sich gegen konkrete Bestrebungen aus, auf Waldflächen der Stadt Bad Salzungen Windkraftanlagen zu errichten.

Auffällig war, dass während der gesamten Veranstaltung keine Wortmeldung zugunsten eines weiteren Ausbaus der Windenergie erfolgte. Die Diskussion wurde nahezu ausschließlich von kritischen Stimmen geprägt.

Uwe Krell und Nadine Hoffmann